Mitarbeiter erzählen

Mathew Majo’s Start bei der Doka Kuwait fiel genau in die tur­bu­len­te Zeit der Golf­krie­ge.

Mitarbeiter erzählen

Mathew Majo ist Head of Engi­nee­ring bei der Doka in Kuwait. Sein Start im Unter­neh­men fiel genau in die tur­bu­len­te Zeit der Golf­krie­ge.

Im Gespräch mit Mathew Majo

Der Arbeits­be­ginn von Mathew Majo bei der Doka Kuwait stand unter kei­nem guten Stern. Der jun­ge Inge­nieur aus Indi­en war gera­de ein paar Wochen ange­stellt, als am 2. August 1990 die ira­ki­schen Trup­pen in Kuwait ein­mar­schier­ten. Das klei­ne, ölrei­che Emi­rat am Per­si­schen Golf und der Irak strit­ten um ein Ölfeld.

Nach der Inva­si­on kam die Anne­xi­on und dann der Golf­krieg. Kei­ne gute Zeit, um ein nor­ma­les Leben in Kuwait zu füh­ren. Das Land hat­te nun ande­re Sor­gen. Die Unter­neh­men vor Ort stell­ten die Geschäfts­tä­tig­keit ein und brach­ten ihre Mit­ar­bei­ter in Schutz. Auch die Doka. Der jun­ge Doka-Mit­ar­bei­ter Mathew Majo muss­te das Land ver­las­sen.

Ich bin dann nach Indien zurückgegangen und habe dort als Ingenieur weiter gearbeitet. Niemand wusste, wie lange der Krieg dauern würde. Es war eine sehr instabile Situation.“

Die Doka Nie­der­las­sung in Kuwait wur­de 1977 gegrün­det. Es war die ers­te, die das Unter­neh­men in der Regi­on Mitt­le­rer Osten eröff­net hat­te. Und die Regi­on ent­pupp­te sich als ertrag­rei­cher Glücks­fall in schwie­ri­ger Zeit: Durch die glo­ba­le Ölkri­se 1973 geriet die Welt­wirt­schaft ins Sto­cken. Die west­li­chen Unter­neh­men such­ten nach neu­en Absatz­märk­ten. Und fan­den sie zum Bei­spiel im Mitt­le­ren Osten.

Dort gab es einen Bau­boom, den die euro­päi­sche Bau­in­dus­trie, dar­un­ter auch die Doka für sich nutz­te. Und damit war mit dem Mitt­le­ren Osten eine neue Ein­nah­me­quel­le eröff­net. 1976 war die Regi­on Mitt­le­rer Osten für Doka nach Deutsch­land der zweit­wich­tigs­te Export­markt.

Der heißeste Ort der Welt

50 Grad Cel­si­us und mehr – bei sol­chen Tem­pe­ra­tu­ren drau­ßen zu arbei­ten, ist gefähr­lich. Das Arbeits­ge­setz in Kuwait sieht daher vor, dass zwi­schen zwölf Uhr mit­tags und vier Uhr nach­mit­tags nicht gear­bei­tet wer­den darf. Der­zeit ist das Öl Kuwaits Lebens­nerv. Es sorgt für das Ein­kom­men des Staa­tes und gleich­zei­tig speist sich dar­aus die Ener­gie­pro­duk­ti­on.

Ein Umdenk­pro­zess hat in Kuwait bereits begon­nen. Und die Zeit läuft: Kuwait ist gera­de dabei, dem Death Val­ley in Kali­for­ni­en den Rang als hei­ßes­ter Ort der Welt abzu­lau­fen: Im Juli 2016 wur­den in Mitra­bah in Kuwait 54,7 Grad Cel­si­us gemes­sen – das ist nur ein wenig küh­ler als im Tal des Todes.

Sabah Al Salam University City in Kuwait

In Kuwait wird der­zeit an einer wei­te­ren Mega-Uni­ver­si­tät gebaut: Die Sabah Al Salem Uni wird sich auf ins­ge­samt sechs Mil­lio­nen Qua­drat­me­tern erstre­cken und – getrennt nach Män­ner und Frau­en – vie­len Fach­rich­tun­gen Platz bie­ten. Damit kommt Kuwait der gro­ßen Nach­fra­ge nach Bil­dung ent­ge­gen und das Land schafft damit die Vor­aus­set­zung für Ein­kom­mens­zwei­ge abseits vom Erd­öl. Doka Kuwait hat bis dato für das archi­tek­to­nisch anspruchs­vol­le Bau­werk bereits 70 Pro­zent der Scha­lungs­tech­nik zur Ver­fü­gung gestellt.

Der Ein­marsch der ira­ki­schen Trup­pen in Kuwait been­de­te die erfolg­rei­che Geschäfts­tä­tig­keit der Doka Kuwait abrupt. Doch wie sich her­aus­stell­te, nur für rela­tiv kur­ze Zeit. Alles kam wie­der zurück – auch Mathew Majo. Er erhielt im Febru­ar 1992 zuhau­se in Kera­la im Süden Indi­ens einen Anruf von der Doka: „Sie haben mich gefragt, ob ich zurück­kom­men will nach Kuwait. Ich bin zurück­ge­gan­gen und habe dort wei­ter­ge­macht, wo ich im Som­mer 1990 auf­ge­hört habe.“ Und so hat Majo sozu­sa­gen zwei Mal bei der Doka in Kuwait zu arbei­ten begon­nen.

Seit­her hat sich viel ver­än­dert. Die Doka Nie­der­las­sung ist von einer klei­nen Nie­der­las­sung mit einer hand­voll Mit­ar­bei­tern zu einem Büro mit rund 30 Leu­ten gewach­sen. Mathew Majo ist heu­te Head of Engi­nee­ring. Dass die Regi­on Mitt­le­rer Osten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren vor allem durch die Errich­tung spek­ta­ku­lä­rer Hoch­häu­ser – Stich­wort Burj Kha­li­fa – auf­ge­fal­len ist, kann Majo zwar bestä­ti­gen. Aber das gilt nicht für Kuwait. „Vie­le der Highri­ses wer­den in Dubai gebaut. Hier in Kuwait haben wir nur ein paar davon. Hier ist es etwas ruhi­ger als in Dubai oder Sau­di-Ara­bi­en.“

Das Land inves­tiert ins­ge­samt sehr klug – in Infra­struk­tur für Ener­gie, Stra­ßen, Schu­len, Spi­tä­ler,“ sagt Majo. Und im Bil­dungs­be­reich drängt das klei­ne Emi­rat über­haupt ganz nach oben: Mit den gro­ßen Uni­ver­si­täts­pro­jek­ten zeigt das Land, wie wich­tig es Bil­dung nimmt: Auf sehr gro­ßen Area­len ent­ste­hen Uni­ver­si­tä­ten und Col­le­ges für Medi­zin, Kunst, Jus, Natur­wis­sen­schaf­ten. Eine sol­che gibt es bereits. Eine wei­te­re wird der­zeit errich­tet, die Sabah Al Salam Uni­ver­si­ty – mit Scha­lungs­tech­nik von Doka.

Allei­ne fühlt sich Majo hier ganz und gar nicht. Von den vier Mil­lio­nen Ein­woh­nern Kuwaits kom­men nur ein Vier­tel aus Kuwait sel­ber. Der Rest aus dem Aus­land, 800.000 davon allein aus Indi­en. Ein klei­ner indi­scher Staat im stark mul­ti­kul­tu­rell gepräg­ten Klein­staat also. „Ja, das kann man so sagen“, lacht Majo. „Hier leben eine Men­ge Leu­te, die aus mei­ner Regi­on kom­men. Wir sind eine star­ke Gemein­schaft.“ Ein­zig das Kli­ma fin­det Majo nicht so toll. Es ist zu heiß im Wüs­ten­staat. „Zuhau­se reg­net es regel­mä­ßig, aber hier ist es immer heiß.“