Mitarbeiter erzählen

Harald Holz­ap­fel: Der „Kun­den­flüs­te­rer“

Im Gespräch mit Harald Holzapfel

Wie auch Josef Umdasch die Lie­be zu Beginn der 1930er-Jah­re zum Unter­neh­men führ­te, so war es auch die Lie­be zu sei­ner Frau, die Harald Holz­ap­fel 1981 in die Regi­on Amstet­ten führ­te. Der 1952 gebo­re­ne, stu­dier­te Betriebs­wirt ging mit Ende 2017 bei der Umdasch Shop­fit­ting in Pen­si­on – nach knapp 37 Jah­ren Unter­neh­mens­zu­ge­hö­rig­keit.

Harald Holz­ap­fel stieg am 18. Mai 1981 in das Unter­neh­men ein und wur­de unter Direk­tor Fried­rich Lipp bald Export­lei­ter für die Län­der des Nahen Ostens. Es war eine Zeit der Auf- und Umbrü­che. Zugang zu den dama­li­gen Märk­ten ver­schaff­ten unter ande­rem die öster­rei­chi­schen Außen­han­dels­de­le­gier­ten, mit denen er in regel­mä­ßi­gem Aus­tausch stand. Die­se tra­ten, so Herr Holz­ap­fel im Gespräch, auch auf das Unter­neh­men her­an, wenn sie von gro­ßen Pro­jek­ten in den Regio­nen erfuh­ren und ver­mu­te­ten, dass die Dienst­leis­tun­gen und Pro­duk­te eines öster­rei­chi­schen Unter­neh­mens hier gefragt sein könn­ten. Die­se Kon­tak­te führ­ten zu meh­re­ren grö­ße­ren Auf­trä­gen – unter ande­rem in Sau­di-Ara­bi­en und Qatar.

Die Märkte im Nahen Osten waren im Aufbau begriffen, es war genügend Geld da – es wurde investiert. Wir waren dort erfolgreich, weil wir auf Nachfrage in einen neuen und boomenden Markt gestoßen sind und diesen schnell mit einem engagierten Mitarbeiter-Team bedienen konnten.“

Harald Holz­ap­fels Kar­rie­re bei Umdasch führ­te ihn vom Export­lei­ter zum Büro­lei­ter der Nie­der­las­sun­gen Mün­chen, Mos­kau und Wien. Ab Mit­te 2009 war er wie­der am Stand­ort Amstet­ten tätig, von wo aus er Finn­land, Nor­we­gen und die Regi­on Süd-Bay­ern in der Akqui­si­ti­on betreu­te.

Das limbische System

… ist eine Funk­ti­ons­ein­heit des Gehirns, die der Ver­ar­bei­tung von Emo­tio­nen und der Ent­ste­hung von Trieb­ver­hal­ten dient. Auch intel­lek­tu­el­le Leis­tun­gen wer­den dem lim­bi­schen Sys­tem zuge­spro­chen. Des Wei­te­ren ist es für die Aus­schüt­tung von Endor­phi­nen (umgangs­sprach­lich „Glücks­hor­mo­ne“) ver­ant­wort­lich. Der Begriff wur­de erst­mals 1878 von Paul Bro­ca ein­ge­führt.

Der Bereich Laden­bau (heu­te: Umdasch Shop­fit­ting) ent­stand 1956, als sich das Unter­neh­men auf die Geschäfts­be­rei­che Laden­ein­rich­tun­gen und Scha­lungs­tech­nik (Doka) zu spe­zia­li­sie­ren begann. Also zu einer Zeit, die noch vom Zwei­ten Welt­krieg geprägt war und in der vie­le Waren noch rar waren.

Es war eine Zeit, wo es im Laden­bau um die Her­stel­lung ein­fa­cher und robus­ter Pro­duk­te wie Rega­le und Stell­flä­chen ging – noch nicht dar­um, als Laden­mar­ke gut wahr­ge­nom­men zu wer­den. Vor­der­grün­dig war erst ein­mal, dass die Pro­duk­te über­haupt vor­han­den und damit für die Kon­su­men­ten erwerb­bar waren. Denn immer noch herrsch­te Man­gel. Der Laden­bau war dabei also rei­nes Mit­tel zum Zweck.

Das hat sich ab den 1960er-Jah­ren (rasant dann in den 1970er- bis 1990er-Jah­ren) stark ver­än­dert. Harald Holz­ap­fel beschreibt die­sen Über­gang vom „Wett­be­werb der Pro­duk­te“ zum „Wett­be­werb der Wahr­neh­mung“. Man ging von der Bedarfs­de­ckung zur Bedarfs­we­ckung. So ent­wi­ckel­te sich das auch noch heu­te sehr aktu­el­le „Store Bran­ding“.

Ziel des Store Bran­dings ist es, den Auf­tritt einer Mar­ke nach der emo­tio­na­len Motiv­struk­tur der Ziel­grup­pe aus­zu­rich­ten, um sie opti­mal in die Kun­den­wahr­neh­mung zu brin­gen.

Umdasch Shop-Con­cept – im Spe­zi­el­len Mag. Arndt Tra­indl und sein Team – haben dies mit Hil­fe von zahl­rei­chen Markt­for­schun­gen unter Mit­wir­ken von Gehirn­for­schern pein­lichst genau ana­ly­siert. Es ist bekannt, dass nur ein klei­ner Bruch­teil des­sen, was auf unse­re Sin­nes­or­ga­ne trifft, zur Wahr­neh­mung ins Gehirn, also in das Bewusst­sein, gelangt. Der klei­ne Teil, der durch unser lim­bi­sches Sys­tem in unser Gehirn durch­drin­gen kann, hängt von unse­ren Emo­tio­nen und der Situa­ti­on, in der wir uns befin­den, ab. Die­se gilt es also, ent­spre­chend zu beein­flus­sen.

Zu Umdasch zu gehören gibt Kraft, es ist Rückgrat da. Der Name Umdasch hat einen hohen Bekanntheitsgrad: Er steht für Internationalität und Sicherheit. Es ist ein Arbeitsplatz, wo man sich um die Mitarbeiter kümmert.“

Knapp vier der gesamt 15 Unter­neh­mens-Jahr­zehn­te war Harald Holz­ap­fel akti­ver Teil des Unter­neh­mens. Er kann­te und arbei­te­te noch mit Josef Umdasch und beglei­te­te Hil­de Umdasch auf unter­schied­li­che Geschäfts­rei­sen, so zum Bei­spiel nach Japan zur Laden­bau­mes­se „Japan Shop“. Er hat die Ent­wick­lung des Geschäfts­be­rei­ches Laden­bau zum erfolg­rei­chen inter­na­tio­na­len Play­er „Umdasch Shop­fit­ting“ mit­er­lebt und mit­ge­stal­tet. Harald Holz­ap­fel war dabei, als das Unter­neh­men 2001 den Mit­be­wer­ber Ass­mann Laden­bau, den dama­li­gen Markt­füh­rer im Seg­ment „Lebens­mit­tel­han­del“ kauf­te. Er war auch dabei, als 2012 die gemein­sa­me Mar­ke Umdasch Shop­fit­ting ent­stand und beglei­te­te 2014 den Struk­tur­wan­del vom mehr oder weni­ger lose ver­knüpf­ten Regio­nal­kon­zept zu einer Divi­si­ons­struk­tur mit den Bran­chen­schwer­punk­ten Food, Life­style, Pre­mi­um und Digi­tal.

Die Divi­si­on „Digi­tal Retail“ hat als jüngs­tes Baby das digi­ta­le Geschäft im Fokus. Der Erfolg der Unit ver­deut­licht, wie not­wen­dig es ist, sich Trends zu stel­len und tech­ni­sche wie gesell­schaft­li­che Wei­ter­ent­wick­lun­gen als Chan­ce zu sehen.

Wenn Harald Holz­ap­fel von sei­ner Arbeit spricht, dann merkt man rasch, er ist einer, der sich aus­kennt, einer, der mit gan­zem Her­zen dabei war – und noch immer ist. Er hat inter­na­tio­na­le Groß­pro­jek­te betreut und an die 50 Län­der die­ser Welt beruf­lich bereist.

In sei­ner Arbeit ging es ihm stets um die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit sei­nen Kun­den. Eine Kol­le­gin bezeich­ne­te Harald Holz­ap­fel als „den Kun­den­flüs­te­rer“, was er als Bestä­ti­gung für den part­ner­schaft­li­chen Umgang mit den Kun­den sah. Aber auch hier schafft Harald Holz­ap­fel sofort den Kon­nex zum Unter­neh­men: „Das kann ich aber nur, weil hin­ter mir das Team einer tol­len Fir­ma steht, die hält was ich ver­spre­che.“ Die Unter­schrift eines Kun­den deu­te­te Harald Holz­ap­fel stets als Zei­chen des Ver­trau­ens, aber auch als wun­der­ba­res Erfolgs­er­leb­nis.